Esoterikmesse in Gföhl

Am Wochenende vom 17. bis 19. Juni 2016 hat im Waldviertel eine Esoterikmesse unter dem Decknamen „Dienstleistermesse“ stattgefunden. Die WKO war daran beteiligt, denn sie bedient im Fachbereich Dienstleister folgende esoterisch-pseudowissenschaftliche Felder:

  • Astrologen
  • Humanenergetiker
  • Raumenergetiker
  • Tierenergetiker

Fairerweise muss man sagen, dass die WKO nicht für die Kunden gedacht ist, sondern zuerst einmal für sich selbst. Danach kommen die Mitglieder und je mehr zahlende Mitglieder die Kammern haben, auch wenn sie Humbug verbreiten, desto besser. Also ist es nur logisch, daß sie gerne aus jedem Blödsinn ein Gewerbe machen wollen.

Wir haben eine unserer Unterstützerinnen hingeschickt:

In der Zeitung habe ich von einer Dienstleistermesse der WKO bei mir ums Eck gelesen und gleich sofort meine Mutter zusammengepackt und bin mit ihr dort hingefahren.

Beim Eingang hat uns ein freundlicher Herr mit Sonnenbrille von der WKO ein Baumwoll-Messesackerl in die Hand gedrückt. Mit einem Programmheft, einem Schlüsselanhänger und einem „Sonnenschutz“. Wie dieser zu gebrauchen ist, habe ich aber bis heute nicht herausgefunden. Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich diese transzendentale Ebene der Erkenntnis nicht zu erreichen getrachtet habe. Gleich neben dem Stand der WKO hat uns eine Dame angelächelt… eine Dame, die ich aus der Zeitung schon kenne und die Trommelworkshops anbietet. Noch haben wir uns nichts weiter gedacht. Vorbei bei der Festbühne haben wir ein paar Worte eines Vortragenden aufgeschnappt – im Nachhineinkann ich aber leider nicht mehr verifizieren, von wem. Die Worte „verzeihen Sie sich!“ haben uns schon ein bisschen stutzig gemacht. Da wir keine Jause neben diesem Vortrag einnehmen wollten, haben wir uns vorbei an einigen Ständen auf den Weg zum Ausstellerzelt gemacht. Seltsame Werbeplakate mit Aufschriften wie „geistige Wirbelsäulenaufrichtung“ „Tiroler Zahlenrad“ und „ Schamanische Rituale“ haben uns den Abstand zu den Ständen immer mehr vergrößern lassen. Im Zelt angekommen hat sich das Bild der Aussteller leider nicht verändert. Mit maximalen Abstand zu den Ausstellern haben wir uns in der Mitte des Zeltes durchbewegt bis zum Vortragszelt 2. Flankiert von Astrologen, Naturwesendompteuren, Numerologen, Steinblütenessenzversprühern, Reiki-Schamanen, … die meisten Aussteller, aber auch Besucher sind auf einer anderen transzendentalen Ebene geschwebt – und das ganz ohne Flugschein … sehr gruselig. Erfrischend realistisch waren die Hundefrisöre, Tiertrainer und Pflegedienste. Bei Bühne 2 sind wir dann über einen Vortrags- und Workshopplan gestolpert von denen wir die Highlights leider verpasst haben. „Die Jesus-Strahlen deiner Zirbeldrüse aktivieren“ oder „Immobilien-Optimierung: energetische Hausreinigung“ und „Tagestrips mit Sinn und Seele – bewusst anders Reisen“ wären meine persönlichen Favoriten gewesen. Bevor unser transzendentales Defizit von den Ausstellern erkannt worden ist, sind wir auf schnellstem Wege geflüchtet.

Erstaunt hat uns allerdings, dass der Besitzer der Freilichtbühne – ein erzkonservativer und streng katholischer Landwirt – sich für diese Art von Dienstleistung begeistern kann.

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